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Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen

Dres. Marschner-Schäfer, Peters, Kleier, Voigt und Schäfer

Brustkrebs

Jede zehnte Frau erkrankt an Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei der Frau. Jährlich erkranken ca. 48.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, bei einem Teil dieser Frauen tritt zusätzlich Eierstockskrebs auf. Die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken liegt bei zehn Prozent.

Genetische Ursachen spielen beim Brust- und Eierstockkrebs eine wichtige Rolle. So ist schon lange bekannt, dass etwa 25 Prozent der erkrankten Frauen weitere an Brustkrebs erkrankte Frauen in der Familie besitzen. Allerdings sind 90 bis 95 Prozent der Fälle „multifaktoriell“ bedingt. Darunter versteht man, dass sowohl eine unterschiedlich stark ausgeprägte genetische Disposition wie auch verschiedene andere Faktoren (z.B. Rauchen, Ernährung, Körpergewicht, mangelnde Bewegung, Hormone, Immunsystem) eine auslösende Rolle spielen. Das mittlere Erkrankungsalter für diesen multifaktoriell bedingten Brustkrebs liegt bei 63 Jahren.

In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle besteht eine wirklich erbliche Form des Brust­ und/oder Eierstockskrebses. „Erblich“ bedeutet, dass es durch eine Veränderung in einer Erbanlage (Genmutation) zu einer Entartung der Zellen und Krebsentstehung kommt. Da diese Genmutation auch in den Keimzellen (Ei- oder Samenzelle) besteht, wird diese Mutationin diesen Familien entsprechend dem autosomal dominantem Erbgang mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an die Nachkommen weitergegeben.

Mitte der 1990er Jahre gelang die Identifizierung von zwei Brustkrebsgenen (BRCA1 und BRCA2). Frauen, die auf einem dieser beiden Gene eine Krankheits auslösende Mutation besitzen, haben ein Erkrankungsrisiko für Brustkrebs bis zum Alter von 80 Jahren von bis zu 85 Prozent, für Eierstockskrebs bis zu 60 Prozent. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 43 Jahren, also wesentlich früher als bei dem multifaktoriell bedingten Brustkrebs.

An erblichen Brust­ und/oder Eierstockskrebs sollten Sie denken, wenn in Ihrer Familie eine der genannten (oder ähnliche) Konstellationen besteht:

Für Anlageträgerinnen einer BRCA1/BRCA2-Mutation bestehen zudem erhöhte Risiken für weitere Krebserkrankungen. Wegen des hohen und frühen Erkrankungsrisikos für Anlageträgerinnen einer BRCA1/
BRCA2­Mutation, bzw. Frauen aus Hochrisikofamilien, in denen keine Mutation in einem der bisher bekannten Brustkrebsgene nachgewiesen wurde, wurde ein besonderes Früherkennungsprogramm ab dem 25. Lebensjahr entwickelt und empfohlen: Die bisherigen Erfahrungen mit diesem erweiterten

Früherkennungsprogramm zeigen, dass die Erkennungsrate gegenüber dem normalen Screening um das 40-fache erhöht ist. Das bedeutet natürlich auch, dass Tumore in einem frühen Stadium diagnostiziert werden und damit auch Behandlungschancen und Überlebensrate verbessert werden.

Für Frauen mit einer nachgewiesenen Brustkrebsgenmutation bestehen Optionen für bestimmte Risiko reduzierende Operationen. Auch hinsichtlich der medikamentösen Behandlung wird das Wissen, ob eine erbliche Form des Brust-und/oder Eierstockskrebses besteht, immer wichtiger, da diese Tumore auf bestimmte Medikamente kaum, auf andere wiederum sehr günstig reagieren.

Erste Medikamentenstudien sind angelaufen. Wenn in Ihrer Familie gehäuft Brust­und/oder Eierstockskrebs aufgetreten ist und Sie sich näher über Ihr individuelles Risiko und die Möglichkeiten zur Früherkennung und Prophylaxe informieren möchten, ist eine humangenetische Beratung sinnvoll.