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Fachthema: Der Augenhintergrund als Fenster zur Risikobestimmung ...

Dr. med. Else Ganssauge

Herzinfarkt

...FÜR HERZINFARKT UND SCHLAGANFALL

Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit im Alter, heute bietet die Früherkennung Möglichkeiten für Präventivmaßnahmen.

Jeder dritte Bundesbürger jenseits der 40 leidet an Gefäßverkalkung und/oder Bluthochdruck. 40% der Schlaganfälle entstehen durch Gefäßwandschäden.

Diese Veränderungen verlaufen schleichend und zunächst unbemerkt. In Folge von Fett- und Kalkeinlagerungen sowie örtlichen Wandverdickungen können Gefäßverschlüsse auftreten, in deren Folge eine Unterbrechung der Blutversorgung und Sauerstoffmangel auftreten. Besonders schwer wirken sich Verschlüsse der Herzkranzgefäße (Herzinfarkt), Gehirnarterien (Schlaganfall) oder Becken-und Beinarterien aus (Beinamputation, besonders bei Rauchern und Diabetikern) aus. Abgesehen davon verursacht Arteriosklerose vorzeitiges Altern. Vier von fünf Herzinfarkt-Patienten sind Diabetiker.

Schlaganfall in Deutschland ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderung und Pflege im Alter. Hauptursache der Arteriosklerose sind: hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsarmut und fehlerhafte Ernährung.

An den Gefäßen des Augenhintergrundes lassen sich bereits im Frühstadium durch entsprechende Untersuchungen drohende Schäden nachweisen, da die Netzhaut der einzige Ort ist, der Präzisionsmessungen direkt zugänglich ist.

Lange Zeit galt die Arteriosklerose als nicht behandelbar. Heute weiß man jedoch, dass durch frühzeitige Erfassung gefährdeter Personen erfolgreiche präventive Maßnahmen durchgeführt werden können. Durch eine neue, bisher einzigartige, patentierte und hochtechnisierte Gefäßuntersuchung am Augenhintergrund ist es möglich, durch Messung des Gefäßendothels ein erhöhtes individuelles Gefäßrisiko festzustellen und entsprechend frühzeitig die erforderliche Therapie beim Hausarzt / Internisten einzuleiten.

Die statische Analyse vermißt die Durchmesser ausgewählter Gefäßsegmente getrennt nach Arterien und Venen. Die daraus zu errechende AV-Relation soll mindestens 0,82 betragen. Beim Hypertonus z.B. verschiebt sich dieser Faktor durch Engstellung der Arterien frühzeitig in niedrige Bereiche. Somit ist das AV-Verhältnis ein quantitativer Parameter zur Bestimmung von vaskulären Risikogruppen.

Die dynamische Analyse ist eine Schlüsseltechnologie zur Früherkennung funktioneller Gefäßveränderungen. Durch Provokation der Gefäße mit Flickerlicht wird als Folge der NO-Ausschüttung eine Weitstellung provoziert, die in Abhängigkeit von der Zeit aufgezeichnet wird und die Fähigkeit der Gefäße zur Autoregulation verdeutlicht. So können Korrelationen zwischen Arteriosklerose und retinalen Gefäßveränderungen dokumentiert werden. In Kombination mit der Krankengeschichte eines Patienten und der Auswertung des Fundus- befundes kann damit eine aussagekräftige und reproduzierbare Diagnose in der Augenarztpraxis erstellt werden, da Änderungen der klinischen Diagnose vorausgehen.